Suche nach alter Wüstung und Skepsis gegenüber LED-Lampen

Suche nach alter Wüstung und Skepsis gegenüber LED-Lampen
Viele neue Informationen zu umstrittenen Projekten in Allendorfer Bauausschusssitzung
(ju). Neben dem Fraktionsantrag der Bündnisgrünen zum Austausch von Straßenlampen oder Leuchtmitteln gemäß EU-Verordnung „TLIM” (Tertiary Lighting Implementing Measure) vom März 2009, standen gleich zwei Informationstagesordnungspunkte des Wasserverbandes Lumdatal betreffend des Lumda-Wehres in Allendorf/Lda. und der Hochwasserschutzmaßnahme (Dammbau) Treis/Allendorf/Lda. auf der Tagesordnung des Ausschusses für Baufragen, Landwirtschaft, Forsten, Umwelt und Energie.

Dementsprechend hochkarätig war das Podium.
Gekommen waren Dr. Ing. Walter Grohmann und Dipl. Ing. Gregor Schwaiger (IGB Grohmann aus Allendorf/Lda.), Dipl. Ing. Andrea Hager und Dipl. Biol. Annekathrein Otte (BöFa Hager aus Heuchelheim) und der stellvertretende Leiter „Netze, Energie und Wasser” der Stadtwerke Gießen (SWG) Thomas Rabenau.
Grohmann begann seine Erläuterungen mit dem Vorhaben des Wasserverbandes Lumdatal, die alte Wehranlage der Lumda in Allendorf so wiederherzustellen, dass eine lineare Durchgängigkeit gewährleistet werden kann, gleichzeitig sollte eine Renaturierung der Kaulbachmündung erfolgen. Von der ersten Konzeptbesprechung im Oktober 2004 bis zur Genehmigung im April 2007, dem Förderbescheid vom Juni 2010 und der fristgerechten Auftragsvergabe noch im Dezember 2010 waren sechs Jahre vergangen.
Mit der Ausführungsplanung vom 4. März kam es zu einem Widerspruch des Landesamtes für Denkmalschutz und daraus resultierend zu einer Umplanung im August. In einem Kompromiss wird nunmehr die alte Wehranlage nicht mehr überbaut, sondern bleibt vollständig als Baudenkmal erhalten, das bei Hochwasser auch wieder überspült wird. Ansonsten wird das Wasser der Lumda über eine sogenannte „Raue Gleite” geführt, die auch die Durchlässigkeit für den Fischbestand gewährleistet. Im Mündungsbereich des Kaulbaches ist eine Renaturierung vorgesehen. Die Kosten, die zu 80 Prozent aus Fördergeldern abgedeckt werden, betragen für die Wehranlage 161 000 Euro und für den Kaulbach noch einmal 36 000 Euro. Die Maßnahme inklusive aller Kostenstellen soll demnach 270 000 Euro nicht überschreiten. Die Baumaßnahme selbst sei also durch den Einspruch des Landesamtes für Denkmalschutz nicht gefährdet, so die Aussa-ge des Planungsbüros Grohmann bei den umfangreichen Projekterläuterungen. Grohmann stellte dann auch das zweite Projekt des Wasserverbandes Lumdatal vor: Die in Planung befindliche Dammanlage, die 2,2 Millionen Euro kosten wird (zwischen Allendorf/Lda. und Treis). Grohmann bestätigte, dass bei diesem Vorhaben des Wasserverbandes eine vorhandene Planung erneut überarbeitet werden muss, da es insgesamt zu fünf Widersprüchen nach der Offenlegung vom 12. Mai bis 10. Juni gekommen sei. Drei Widersprüche bezogen sich demnach auf die „Kleinmühle”, einer bezog sich auf Weideflächen hinter dem Damm und ein Widerspruch kam von Seiten des Landesamtes für Denkmalpflege, das vermutet, dass in der Lumda-Aue Zeugnisse eines außerhalb der Aue liegenden Bodendenkmals (Wüstung Münzlingen) verborgen sein könnten.
Quelle:Gießener Anzeiger 25.08.2011

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