Wahlprogramm

Grün wirkt überall – in Allendorf  Lumda besonders

Die Kommunalwahlen sind für den Ortsverband BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN von großer Bedeutung. Für die BürgerInnen geht es um ihr direktes Umfeld in der Stadt. Die Kommune ist ein kraftvoller, innovativer und gestaltender Ort des Gemeinwesens und der Kern der Demokratie einer selbstbestimmten und sozial verantwortlichen Gesellschaft. Wir werben deshalb für eine starke Wahlbeteiligung bei den Wahlen am 6. März 2016 und starke GRÜNE in Allendorf/ Lumda.
v.l. Gabi Waldschmidt- Busse, Beate Poß, Christoph Poß, Sandra Henneberg, Helmut Wißner, Ingrid Göbel, Günter Muhly,, Christian Zuckermann

v.l. Gabi Waldschmidt- Busse, Beate Poß, Christoph Poß, Sandra Henneberg, Helmut Wißner, Ingrid Göbel, Günter Muhly,, Christian Zuckermann

Ambitionierte Energiewende vor Ort

Wir brauchen die Energiewende, um den Klimawandel zu bekämpfen, der unsere Lebensgrundlagen und die Tiere und Pflanzen gefährdet. International, aber auch lokal muss jetzt alles Nötige dafür getan werden. Energieeinsparung, Steigerung der Energieeffizienz und Einsatz und Erzeugung erneuerbarer Energien sind angesichts steigender Kosten auch Aufgabe für unsere Kommune.
Förderprogramme unterstützen unsere Kommune bei der energetischen Sanierung kommunaler Gebäude wie Bürgerhäuser, Kitas und die Verwaltung. Das sollten wir nutzen!
Wir wollen den Anteil erneuerbarer Energien an der Energieversorgung deutlich steigern. Dazu bieten Windkraftanlagen große Potenziale. Überall in Hessen sind Anlagen in Planung oder in Genehmigungsverfahren. Auch Allendorf sollte die

Gelegenheit nutzen und in Zusammenarbeit mit den umliegenden Kommunen diese

Technik unterstützen. Überwiegend gibt es eine hohe Akzeptanz dafür bei den Bürger_innen, gelegentlich aber auch Sorgen um Gesundheit, Landschaft und Wald. Wir GRÜNE stehen für eine sorgfältige Abwägung aller Belange, sehen aber auch die Gesamtverantwortung, die vor Einzelinteressen kommt. Verlässlichkeit und Perspektiven bei Bildung und Betreuung vor Ort
Bei Bildung und Betreuung unserer Kinder setzen wir auf Dialog. Kinder, SchülerInnen, Eltern, ErzieherInnen, LehrerInnen, und Wirtschaft brauchen Verlässlichkeit und Perspektiven. Mit unserer Bildungspolitik setzen wir uns intensiv mit den Gegebenheiten vor Ort auseinander. Für die Kinderbetreuung in Kitas und der nachschulischen Betreuung setzen wir uns für wohnortnahe ganztägige Angebote ein. Ausreichende Plätze auch für Kinder unter drei Jahren, die bessere  Vereinbarkeit von Familie und Beruf, mehr Zeit für individuelle Förderung und die Inklusion von Kindern mit Behinderungen sowie stetige

Qualitätsverbesserung in allen Bereichen auch für die MitarbeiterInnen sind unser Ziel. Dazu brauchen wir die Zusammenarbeit aller Träger und der Kommune. Flexibilität bei Öffnungszeiten und individuelle Abstimmungsprozesse bei kleineren Einrichtungen gerade bei uns in Allendorf Lumda müssen möglich sein.

Verkehrswende und Lärmschutz vor Ort

Wir wollen die Verkehrswende hin zur umweltgerechten und klimaschonenden Mobilität. Die Lebensqualität der Menschen wollen wir durch Schutz vor Lärm und Feinstaub verbessern und den CO2-Ausstoß des Verkehrs senken. Mit dem Bekenntnis zur Lumdatalbahn setzen wir uns für eine Wiederinbetriebnahme ein.
Gerade das Thema Mobilität ist für den ländlichen Raum ein zentrales Thema. Das Auto und die damit verbunden Mobilität ist unverzichtbar. Die Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel ist in Allendorf nur spärlich. Selbst für den Einkauf ist ein Auto notwendig, da nur noch in den Randbezirken des Dorfes Einkaufsmöglichkeiten bestehen.  Älter Menschen die keine Auto haben bzw. keine Auto mehr fahren können sind auf die Hilfe der Angehörige, Freunde oder Nachbarn angewiesen.

In diesem Bereich sollten zukünftig Anstrengungen im Ausbau der öffentlichen Verkehrsmittel unternommen werden. Im Besonderen die Reaktivierung der Lumdatalbahn, das Einführen eines Bürgerbusses sowie eine bessere Busanbindung auch außerhalb der Kernstadt.
Für Kurzstrecken empfiehlt sich die Nutzung von E-Cars und E-Bikes besonders. Hier könnte Allendorf bei der Beschaffung von Fahrzeugen vorangehen. Ebenfalls sollte eine E-Tankstelle in Allendorf installiert werden.
Bei der Infrastruktur geht es uns vor allem um den Erhalt der Straßen und Rad- Fußwege in einem guten Zustand. Grundsätzlich sind alle städtischen Bereiche auf Entschleunigung und Verkehrssicherheit zu prüfen. Dort wo es rechtlich möglich ist sprechen wir uns für Verkehrsberuhigte Bereiche und Tempo 30 Zonen aus. Neubaugebiete sollten immer unter diesem Aspekt geplant werden.

Das Leben in Allendorf Lumda
Altersstruktur und soziale Netzwerke
Das Umfeld attraktiv machen!
Mit der Veränderung der Arbeitswelt hat sich gleichzeitig die Sozial- und Nachbarschaftsstruktur des Dorfes verändert. Die Familien leben nicht mehr generationsübergreifend zusammen. Die Flucht in die Städte zeichnet sich weiterhin ab. Für die ländlichen Regionen bedeutet dies eine verschobene Altersstruktur. Das soziale Netzwerk „Familie“ wird zukünftig nicht mehr im traditionellen Sinne weiter bestehen.
Daher ist es Notwendig weitere soziale Strukturen zu fördern. Dies könnten unter anderem, Nachbarschaftshilfe, Ehrenamt und weitere soziale Dienste sein. Hier ist die Stadt gefordert, solche Strukturen zu bewerben, zu fördern und evtl. notwendige Infrastruktur dafür bereitzustellen. Es darf nicht still- schweigend eine “Selbsthilfekompetenz der ländlichen Bevölkerung vorausgesetzt” werden, sondern die Besonderheiten im Dorf müssen betont werden.

Wohnen in Allendorf Lumda
Wir wollen, dass jede und jeder sich in unserem Städtchen zu Hause fühlt und gut leben kann. Wir wollen Wohnkonzepte fördern, die den aktuellen Bedürfnissen aufgrund des demographischen Wandels entsprechen und Lücken auf dem Wohnungsmarkt schließen. Innovative Wohnformen und Wohnbau Projekte werden wir aktiv unterstützen. Altbausanierung und energetische Verbesserungen an öffentlichen und privaten Bestandsbauten sowie Barrierefreiheit der Infrastruktur sind weitere wichtige Projekte.
Der Trend auf die grüne Wiese ist auch in Allendorf ungebrochen. Und das, obwohl die Einwohnerzahlen stagnieren, und in den Altortslagen immer mehr Leerstand das Bild bestimmt.
Diese Entwicklung durch die Ausweisung neuer Baugebiete zu fördern, ist kurzsichtig. Sie führt zur Verödung unserer schönen Altstadt und damit zum Verlust dessen, was doch die Identität eines Orts ausmacht.
Und die zusätzliche Infrastruktur muss auf lange Sicht instand gehalten werden. Im Winter sind die Straßen zu räumen, egal, wie viele Menschen das Quartier noch bewohnen.
Jedes Neubaugebiet verursacht dauerhafte Kosten, die uns auch erhalten bleiben, wenn keiner mehr nachzieht.
Viel sinnvoller ist es, künftig vermehrt im Bestand zu planen, bestehende ältere Wohngebiete den modernen Anforderungen anzupassen und die Altstadt sowie die Ortskerne von Nordeck, Winnen und Climbach zu sanieren. Das Wohnen in alten Häusern bedeutet Leben in einem gewachsenen Umfeld. Hier ist unsere Jahrhunderte alte Geschichte in Stein und Fachwerk sichtbar, auf die wir so stolz sind und mit der so oft um Gäste geworben wird. Vernachlässigen wir den Bestand, gefährden wir unsere Zukunft.
Die Einkaufsmöglichkeiten im Stadtkern von Allendorf haben sich auf nur noch wenige Läden reduziert. Auch zukünftig werden die noch bestehenden Geschäfte schließen, da es keine Nachfolge gibt. Für nicht mobile Menschen bedeutet das eine erhebliche Verschlechterung der Einkaufsmöglichkeiten. Lediglich am Ortsrand besteht die Möglichkeit Lebensmittel einzukaufen. Sonstig Waren sind nicht verfügbar und müssen im weitern Umland erworben werden.
Es ist notwendig mit einem tragfähigen Konzept eine Ansiedelung von Geschäft zu fördern. Auch ein regionaler Markt der regelmäßig stattfindet wäre als mögliche Ergänzung sinnvoll.

Naturschutz und biologische Vielfalt vor Ort
Biologische Vielfalt ist Querschnittsaufgabe. Alle wirtschaftlichen und sozialen Entscheidungen müssen wir auch unter dem Aspekt ihrer ökologischen Wirkung betrachten. Eine naturraumtypische Vielfalt von Lebensräumen und Arten wollen wir dauerhaft sichern. Die Vernetzung von Schutzgebieten, Wildnisgebieten und urbanen Biotopen ist von großer Wichtigkeit. Auch unser Wald muss zukünftig naturnah nach diesen Kriterien bewirtschaftet werden, um eine Balance zwischen Nutzen und Schützen zu erreichen. Zahlreiche begleitende Maßnahmen wie die Anlage von Bienenweiden, Blühstreifen, urban gardening, fledermausfreundliche Bauweise von Häusern und vieles mehr sind nötig. Auch im Rahmen einer sanften touristischen Entwicklung fordern wir den Erhalt alter Bäume sowie Baumreihen in allen Bereichen, auf städtischen Plätzen und Strassen,  Obstbäume in Streuobstwiesen im gesamten außerstädtischen Bereich sowie Neuanpflanzungen für kaputte Bäume. Ebenfalls den Erhalt der flussbegleitenden Uferränder der Lumda und des angrenzenden z.T. feuchten Grünlands.

Akzeptanz und Vielfalt

Der Erhalt und Ausbau sozialer Infrastruktur und Angebote der Daseinsvorsorge entscheidet sich vor Ort. Hier ist für uns Grüne von

entscheidender Bedeutung, dass die Menschen mit Unterstützungsbedarf auch ausreichende Hilfen erhalten.
Unsere Sozialpolitik unterstützt die Menschen in ihrer Selbstbestimmung und erkennt ihre
Vielfalt als Bereicherung. Sie grenzt niemanden aus, sondern schafft Chancengerechtigkeit und Teilhabemöglichkeiten für alle, unabhängig von sozialer Herkunft, Alter, Geschlecht und kulturellem Hintergrund.
Viele Kommunen leisten bereits großartige Integrations- und Flüchtlingsarbeit. Das WIR-Programm der Landesregierung unterstützt bestehende Angebote und fördert die Integration vor Ort mit Koordinationsstellen für jeden Landkreis und jede Stadt. Viele Kommunen greifen das Angebot auf, auch Allendorf könnte folgen.

Flüchtlinge willkommen heißen

In der kommenden Legislaturperiode wird die Unterbringung, Betreuung und Integration von Flüchtlingen eine Aufgabe sein, der sich alle Kommunen hessenweit annehmen müssen. Dabei mit klaren grünen Konzepten präsent zu sein, vorwegzugehen, wenn es um eine gute und dezentrale Unterbringung, eine rasche Integration in Gesellschaft und Arbeitsmarkt geht, mit und für die Menschen, die zu uns kommen, ein neues Zuhause zu schaffen, ist ein grünes Kernanliegen. Wir grenzen uns klar ab von rechten Parolen und Hetze, stehen auf, wenn Stimmung gegen die Schwachen in unserer Gesellschaft gemacht wird. Wir möchten gemeinsam mit vielen engagierten Bürger_innen, Staat, Kommune und Hilfsorganisationen diese gesamtgesellschaftliche Aufgabe bewältigen. Deshalb ist es außerordentlich wichtig, zivilgesellschaftliches Engagement, die Kirchen und Vereine mit einzubeziehen und die vielfach vorhandene Hilfsbereitschaft der Bürger_innen aufzugreifen, zu nutzen und anzuerkennen. Darin liegt auch eine große Chance für unsere Kommune.

Gesundheit und Pflege

Gerade unsere kleine Kommune ist in einer schwierigen Lage. Durch die Zentralisierung auf die großen Städte ist im Dorf ein Infrastrukturdefizit entstanden. Zukünftig und bereits auch heute schon bestehen die wachsenden Herausforderungen im Bereich der Gesundheits- und Pflegeversorgung.
Die Überalterung der Kommune sowie der fehlende Anreiz für junge Ärzte sich hier niederzulassen, führt früher oder später zu Versorgungs- und Betreuungsproblemen.
Damit frühzeitig eine zukunftsfähige Versorgung umgesetzt werden kann unterstützen die Grünen aus Allendorf/Lumda die Planungen, ein Ärztehaus im Ort zu etablieren. Eine interkommunale Zusammenarbeit mit der Gemeinde Rabenau wurde bereits initiiert und das Projekt „Ärztehaus“ befindet sich in der Entwicklungsphase.
Die bereits bestehende Gesundheitsversorgung muss besser vernetzt und gebündelt werden. Als sinnvoll betrachten wir ein Gesundheitszentrum im Idealfall unter Einbeziehung ortsansässiger Ärzte, der Apotheke, sowie eine Vernetzung der Sozialstation und weiteren Gesundheitsversorgern. Durch die Zusammenarbeit mit der Gemeinde Rabenau kann dauerhaft eine sonst wahrscheinlich entstehende Versorgungslücke verhindert werden.

Haushalten mit Augenmaßeuro-coins-in-hand430

Dass wir nicht auf Kosten späterer Generationen wirtschaften dürfen ist schon immer eine Grundüberzeugung der GRÜNEN. Dazu gehört, dass wir unseren Kindern nicht unsere kommunalen Schulden vererben. Deshalb sind solide Finanzen und ein effizientes und effektives transparentes Haushalten unerlässlich. Mit dem neuen Tariftreue- und Vergabegesetz hat die Kommune eine neue Möglichkeit, nachhaltig zu wirtschaften und neben dem Kriterium der Wirtschaftlichkeit auch soziale und ökologische Kriterien bei der Vergabe ihrer öffentlichen Aufträge anzuwenden.
Wir plädieren haushaltspolitisch für einen Dreiklang aus Einsparungen, Effizienzsteigerungen und Einnahmeerhöhungen. Darauf hin prüfen wir kommunales Handeln. Dabei balancieren wir Einsparungen mit zielgerichteten Zukunftsinvestitionen aus. Vorbildliches, nachhaltiges Handeln drückt sich auch durch Beschaffung von fair erzeugten und gehandelten Produkten aus. Kommunen sind keine Inseln! Möglichkeiten zur interkommunalen Zusammenarbeit reichen vom Kassenwesen über Standesämter, von der Unterhaltung von Grünflächen bis zu Kooperationen von Feuerwehren Tourismus und Regionalentwicklung und der Verbundgemeinde.

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